16.10.2004

Dresdner Dampfeisenbahn AG
Aktionärsbrief Oktober 2004


Sehr geehrte Aktionäre,
liebe Freunde der Dresdner Dampfeisenbahn AG,

heute habe ich eine wenig erfreuliche Nachricht: Unser Unternehmen befindet sich gegenwärtig in einem Liquiditätsengpass.
Grund dafür ist ein Abwasserbeitragsbescheid aus dem Jahr 2002, den die Deutsche Bahn AG als Noch-Eigentümer des Bahnhofes damals widerspruchslos an die Stadt Radeburg bezahlte. Der Bescheid wurde in einer Zeit zugestellt, in der vor allem innerhalb der DB-Gruppe große Unklarheit über die tatsächlichen Besitzverhältnisse des Bahnhofes herrschte. Auf Grund der kuriosen Kaufvertragsabwicklung und des langwierigen Übergabeprozesses sind wir bisher davon ausgegangen, dass von Seiten der Bahn kein Erstattungsanspruch besteht.
Etwas überraschend traf uns daher die Nachricht, dass die Deutsche Bahn AG nun nach knapp zwei Jahren die Erstattung des Abwasserbeitrages gerichtlich einfordert. Laut Aussage unseres Anwaltes verspräche ein Widerspruch wegen des verworrenen Sachverhaltes bei der Besitzübergabe nur geringe Erfolgsaussichten.
Wie berichtet, haben wir unsere nicht gerade üppigen Rücklagen in den vergangenen Monaten für erste Sanierungsmaßnahmen in den Bahnhof investiert, so dass uns zur Tilgung dieser nicht einkalkulierten Forderung zum jetzigen Zeitpunkt die Liquidität fehlt. Damit sich dieser Engpass nicht zu einer ernsthaften Krise ausweitet, bemühen wir uns gegenwärtig, einen Zahlungsaufschub mit der DBAG auszuhandeln und neue finanzielle Mittel zu beschaffen. Für Letztgenanntes kommen der Verkauf von Sachwerten oder die Durchführung einer Kapitalerhöhung in Frage. Wir werden in den nächsten Wochen beide Möglichkeiten parallel verfolgen.
Unsere Verkaufsangebote finden Sie im Internet unter http://www.eisenbahnmarkt.de.

Zum Schluss noch was Erfreuliches: Die Sanierung des Güterbodendaches ist weitestgehend abgeschlossen. Den Bahnhof selbst hätten wir für diesen Winter also schon mal in „trockenen Tüchern"...

In diesem Sinne verbleibe ich bis zum nächsten Monat

mit freundlichen Grüßen
Jana Sperling


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