| 12.08.2002 Dresdner
Dampfeisenbahn AG
Aktionärsbrief August 2002
Sehr geehrte Aktionäre,
liebe Freunde der Dresdner Dampfeisenbahn AG,
heute schreibe ich Ihnen meinen
Aktionärsbrief nun endlich aus unserem Traditionsbahnhof in Radeburg, auf den ich in
meinen Ausführungen etwas intensiver eingehen möchte.
Die offenen Fragen zwischen der Deutschen Bahn AG und der Dresdner Dampfeisenbahn AG
konnten dank der spontanen und großzügigen Entschlussfreude von DB Station & Service
mit einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis geklärt werden, so dass Teil-Besitzübergabe
des Radeburger Bahnhofes am 01.08.02 im Neustädter Bahnhof erfolgen konnte. Die Dresdner
Dampfeisenbahn AG befindet sich nun in einer soliden Verhandlungsposition und ist sehr
zuversichtlich, die mit DB-Netz noch bis maximal 31.12.2002 bestehenden Diskrepanzen
ebenfalls im gegenseitigen Einvernehmen lösen zu können.
Nach all der Theorie und Bürokratie nun zur Praxis:
Ganz im Sinne eines primären Zieles unserer Gesellschaft, der Erhöhung der
Fahrgastzahlen auf der Strecke Radebeul - Radeburg, bin ich selbstverständlich mit der
Dampfeisenbahn angereist und muss sagen, dass dies so ziemlich der romantischste
Arbeitsweg ist, den man sich vorstellen kann. Leider musste ich während der Fahrt auch
feststellen, am Dienstag früh nahezu der einzige Fahrgast in Richtung Radeburg gewesen zu
sein, was einerseits sehr idyllisch war, mir andererseits aber gezeigt hat, dass es
dringend touristischer Anziehungspunkte an der Endhaltestelle in Radeburg bedarf. Hier
angekommen, habe ich nach Besichtigung der denkmalgeschützten Stellwerke die ehemalige
Empfangshalle des Bahnhofes zu meinem provisorischen Büro erkoren und mich zum verfassen
des Aktionärsbriefes hinter den ganz besonders faszinierenden nostalgischen
Fahrkartenschalter zurückgezogen.

Wie jedes alte Gebäude birgt selbstverständlich auch unser Schmuckstück"
sein Geheimnis, und zwar in Form zweier Wandtresore der Königlich Sächsischen
Staatseisenbahn. Die spannende Suche nach den bisher unauffindbaren Schlüsseln steigert
das Interesse nach dem Inhalt natürlich ungemein, der uns wohl dennoch ein ewiges Rätsel
bleiben wird...
Bevor ich weiter aus dem Nähkästchen plaudere", hier nun ein paar Fakten, wie
es in den kommenden Wochen mit dem Radeburger Traditionsbahnhof weitergehen wird:
Wie meist bei längerer Zeit ungenutzten Gebäuden wirkt auch unser Bahnhof derzeit noch
recht ungemütlich und ehrlich gesagt wenig einladend. Um das so schnell wie möglich zu
ändern, wird unser Architekt, Herr Jörg Naujok, am 15.08. vor Ort mit der fachlichen
Bestandsaufnahme für die Sanierung beginnen. Herr Naujok ist Spezialist für
denkmalgerechte Rekonstruktionen und arbeitet bereits einige Jahre sehr eng mit dem
Denkmalschutzamt Dresden zusammen, deren Mitarbeiter ihn auf Grund seiner soliden und
originalgetreuen Arbeit sehr schätzen (Weitere Informationen über Herrn Naujok finden
Sie auf unserer Kontaktseite).
Wir streben an, im Oktober mit der umfassenden Sanierung des Bahnhofes zu beginnen, was
allerdings ein ebenfalls kooperatives Verhalten von DB-Netz bzgl. ihrer noch bis zum
31.12.02 in unserem Gebäude befindlichen Sicherheitstechnik voraussetzt.
Da wir den Traditionsbahnhof selbstverständlich originalgetreu sanieren wollen - konträr
zu anderen Projekten unserer Gesellschaft dieses mal auch in Originalgröße - werde ich
die Zeit bis zum Baubeginn für Recherchen nach Fotos, Ansichtskarten und alten Bauplänen
nutzen, die uns bei der Restaurierung als zusätzliche Vorlagen dienen können.
In diesem Sinne mach ich mich dann mal an die Arbeit und möchte gern noch einmal
erwähnen, dass ich mich nach wie vor sehr über historisches Bildmaterial des Alten
Dresden und des Radeburger Bahnhofes freue.
Viele Grüße aus Radeburg
Jana Sperling
Homepage: http://www.dresdner-dampfeisenbahn.de
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