11.07.2002

Dresdner Dampfeisenbahn AG
Aktionärsbrief Juli 2002


Sehr geehrte Aktionäre,
liebe Freunde der Dresdner Dampfeisenbahn AG,


hier zunächst einige Details zum Kauf des Traditionsbahnhofes Radeburg und ein kurzes Resümee der vergangenen Wochen:

Die Dresdner Dampfeisenbahn AG erhielt am 25.5.2002 die notarielle Bestätigung, dass alle für den Eigentumsübergang notwendigen Voraussetzungen nun erfüllt seien und die Bezahlung des Kaufpreises in den nächsten 14 Tagen erfolgen müsse. Wie bereits mitgeteilt, hat unsere Gesellschaft daraufhin eine Kapitalerhöhung durchgeführt und das notwendige Geld innerhalb von 10 Tagen beschafft. Zwei Tage vor der Kaufpreisfälligkeit erhielt unser Vorstand die Nachricht, dass die Deutsche Bahn AG Probleme hat, die im Kaufvertrag gemeinsam festgelegten Bedingungen zu erfüllen. Um möglichst schnelle und unbürokratische Lösungsvorschläge zu diskutieren, fand am 01.07.2002 im Bahnhof Radeburg ein Treffen zwischen unserem Vorstand, Vertretern von DB-Netz, DB-Immo und DB-Station&Service statt, welches bedauerlicherweise aber ergebnislos blieb - besagt es doch schon ein Sprichwort lakonisch - "zu viele Köche verderben den Brei"...
Die Dresdner Dampfeisenbahn AG ist natürlich vor allem im Interesse eines ungestörten Weiterbetriebes der Traditionsbahn um eine gütliche Einigung ohne gerichtliche Unterstützung bemüht. Wir wollen und werden den zeitlichen Rahmen dafür jedoch eingrenzen, um weitere negative Auswirkungen der "Verspätung" bei der Deutschen Bahn AG auf die Realisierung unseres Gesamtkonzeptes zu vermeiden. Aber davon später.

Parallel zum Bahnhofskauf hat in unserer kaufmännischen Abteilung die Entwicklung der Internet-tauglichen Satzung höchste Priorität. Nachdem alle neu verabschiedeten Gesetze mit eingebunden worden sind, erhält die Satzung durch unser Notariat nun noch einen "Feinschliff", so dass voraussichtlich im August der Satzungsänderungsbeschluss gefasst werden kann. Diese Innovation ermöglicht der Dresdner Dampfeisenbahn AG und selbstverständlich auch anderen nicht börsennotierten Aktiengesellschaften die wirtschaftlich sinnvolle Verwaltung eines großen Aktionärskreises über das Internet. Damit sind die Voraussetzungen für eine breite Streuung unserer individuell gestaltbaren Aktienurkunden geschaffen, die im Aktienatelier des Bahnhofes verbrieft und erworben werden können.

Auch unsere Modellbauabteilung wird eine Schauwerkstatt im Traditionsbahnhof Radeburg einrichten und vor Ort Modelle fertigen. Da sich dort die Deutsche Bahn AG im Moment noch etwas "festgefahren" hat, muss unser Modellbauplaner , Herr Warnecke, gemeinsam mit einem Bauingenieur die Fertigung erster Testbauten leider in Celle beginnen. Testbauten deshalb, weil wir die Gebäude natürlich originalgetreu bauen möchten, ungeachtet dessen aber größtmögliches Rationalisierungspotential erschließen müssen. Da es für ein solches Projekt keine nachahmenswerten Modellbauverfahren gibt, müssen hinsichtlich von Material - und Fertigungstechniken verschiedene Methoden ausprobiert und entwickelt werden.
An architektonischen Vorlagen dafür soll es nicht mangeln. Meine Bildrecherchen gehen gut voran und das Puzzle fügt sich allmählich. Da eine Stadt selbstverständlich nicht nur aus Wohnbauten, Kirchen oder Schlössern besteht, habe ich mich in den vergangenen vier Wochen intensiver um Dokumentationen über Details wie beispielsweise Laternen, Uhren oder Litfasssäulen und deren Standorte bemüht. Diese sind in der Vorbereitungsphase auch für unsere Modellbaukünstler wichtig, um Materialien und Herstellungsverfahren für filigrane Elemente austesten zu können. Wir werden beim Bau unseres Stadtmodells verschiedene Werkstoffe und Fertigungstechniken anwenden und diese den speziellen Gegebenheiten und Bedürfnissen der einzelnen Gebäude, Schmuckelemente oder Skulpturen anpassen.

Obgleich bereits meine digitalen Fotodokumentationen des Alten Dresden sehr faszinierend sind, können wir in den kommenden Monaten auf die physische Gestaltung der Modelle gespannt sein, deren Schöpfer den Ehrgeiz haben, dem Original in seiner Einzigartigkeit gerecht zu werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen den nächsten Aktionärsbrief bereits aus unserem Traditionsbahnhof schreiben kann. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer und fahren Sie doch einfach mal wieder mit der Dampfeisenbahn.

Viele Grüße aus Dresden
Jana Sperling

 


Homepage: http://www.dresdner-dampfeisenbahn.de