13.05.2002

Dresdner Dampfeisenbahn AG
Aktionärsbrief Mai 2002


Liebe Freunde der Dresdner Dampfeisenbahn AG,


in den vergangenen Wochen habe ich einige Mails erhalten, die mir gezeigt haben, dass ich - weniger für unsere Altaktionäre, aber um so mehr für unsere hoffentlich zahlreichen künftigen Anteilseigner - etwas ausführlicher über die Hintergründe unserer Gesellschaft und die Verbindung zur Stadt Radeburg berichten sollte. Deshalb möchte ich diesen Aktionärsbrief mit einem kleinen Ausflug in die Geschichte der Dresdner Dampfeisenbahn AG einleiten:

Die Dresdner Dampfeisenbahn AG wurde 1997 mit der Intention gegründet, die auf Grund niedriger Fahrgastzahlen von der Stillegung bedrohte Schmalspurbahn Radebeul-Radeburg zu erhalten. In diesem Zusammenhang arbeitete unsere Gesellschaft ein auf die Schaffung touristischer Anziehungspunkte am Endbahnhof Radeburg basierendes Sanierungskonzept aus, welches bei den zuständigen Kommunalpolitikern großen Anklang fand.
Nach der überraschenden Zusage des Landes Sachsen, den defizitären Bahnbetrieb für weitere 10 Jahre zu garantieren und zu subventionieren, verringerte sich zunächst das öffentliche Interesse an Maßnahmen zur Steigerung der Fahrgastzahlen, obgleich die Zukunft der Schmalspurbahn nach 2008 weiterhin ungewiss bleibt.
Ermutigt durch neue interessante Wirtschafts- Förderungsprogramme und einem langsam zurückkehrenden Interesse privater Kapitalgeber an substanziell gesicherten Investitionen hat die Dresdner Dampfeisenbahn AG das Konzept „Veranstaltungshalle Radeburg mit Stadtmodell Dresden" nun erneut aufgegriffen, um es als Projektträger zu realisieren.
Wir planen, ein 500qm großes Modell der Altstadt Dresdens vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zu bauen. Dieses Stadtmodell (Maßstab 1: 87) wird den Besuchern in einer eigens dafür konzipierten Veranstaltungshalle gegenüber dem von der Dresdner Dampfeisenbahn AG gekauften Zielbahnhof Radeburg präsentiert. Die Vermarktung von Großmodellanlagen ist ein junges, erfolgreiches und sehr lukratives Geschäftsmodell, welches der Tourismusbranche zugeordnet werden kann. Das große Interesse des Publikums an derartigen Präsentationen zeigen Beispielsweise die Anlagen der „Modellbau Wiehe GmbH", die bereits im Eröffnungsjahr über 300.000 Besucher zählte oder der „Miniatur Wunderland GmbH" in Hamburg, deren Gäste noch vor der endgültigen Fertigstellung beim Einlass Wartezeiten bis zu einer Stunde in Kauf nehmen. Durch den konkreten Themenbezug zum historischen Dresden, welches sich sowohl durch seine einzigartige und wunderbare Barockarchitektur als auch durch ein sehr ausgefeiltes Straßenbahnverkehrssystem auszeichnete, wird die Großmodellanlage der Dresdner Dampfeisenbahn AG weniger ein Konkurrenzprojekt, sondern vielmehr eine schöne Ergänzung zu den bereits existierenden Anlagen sein.
Ein Ziel unserer Gesellschaft ist nach wie vor die Erhöhung der Fahrgastzahlen der nostalgischen Traditionsbahn. Wir sind überzeugt, dass das Dresdner Stadtmodell ein touristischer Anziehungspunkt sein wird, von dem die Schmalspurbahn Radebeul-Radeburg in erheblichem Umfang profitieren kann. Als Bindeglied zu weiteren touristischen Anziehungspunkten - wie dem Schloss Moritzburg, der Karl-May-Stadt Radebeul oder natürlich der Innenstadt Dresdens - ergibt sich für Eisenbahnliebhaber, Modellbaufreunde und Dresden- Touristen ein schlüssiges Tagesreisekonzept.

So weit mein kleiner Ausflug zu den Hintergründen unseres Unternehmens und zu dem Projekt „Veranstaltungshalle Radeburg mit Stadtmodell Dresden".

Was die konkrete Realisierung des Modells betrifft, stellt die Beschaffung von Bildmaterial des Dresdner Stadtkerns kein Problem dar. Es existieren unendlich viele Fotos und Ansichtskarten von Schloss, Zwinger, Semperoper etc., auf denen jede Mörtelfuge in aller Deutlichkeit zu erkennen ist. Leider sieht das bei den Randgebieten etwas anders aus. Hier gestaltet sich die Materialbeschaffung - wie zu erwarten war - als recht anspruchsvolle Aufgabe. Da es notwendig ist, mit verschiedenen Archiven zusammenzuarbeiten, werden meine Recherchen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch bin ich sehr optimistisch. Mitarbeiter eines Archivs erzählten mir kürzlich, dass Dresden vor dem Zweiten Weltkrieg auf Grund der hier ansässigen Fotoindustrie eine der am häufigsten fotografierten Städte Deutschlands gewesen sei. Das lässt hoffen, wenngleich das Material sehr breit gestreut zu sein scheint.
Erfreulicherweise haben wir bereits einige viel versprechende Anfragen von Modellbauern, die ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Dresdner Dampfeisenbahn AG geäußert haben. Wir sind sehr zuversichtlich, dass nach Abschluss der Fotorecherchen und Sicherstellung der Finanzierung der Bau des Stadtmodells zügig vonstatten gehen kann.

Zum Schluss noch einige Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Unternehmens:

In der vergangenen Woche erhielt die namensaktie.de GmbH, an der die Dresdner Dampfeisenbahn AG mit 20% beteiligt ist, die behördliche Zulassung zum Betrieb einer Aktiendruckerei. Darauf aufbauend können wir nun unsere neue Satzung fertig stellen, welche die korrekten juristischen und technischen Abläufe einer individuellen Verbriefung von Aktien und die Verwaltung der Aktionäre über das Internet verankert und damit eine optimale Zusammenarbeit zwischen der namensaktie.de GmbH, der Dresdner Dampfeisenbahn AG und den Aktionären ermöglicht. Die namensaktie.de GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen, dessen Service die Führung eines elektronischen Aktienregisters, die Realisierung der Verbriefung von Aktien sowie die technologische Umsetzung einer virtuellen Hauptversammlung beinhaltet. Durch die innovative Abwicklung der erforderlichen formellen Arbeitsschritte über das Internet werden die Kosten für die Aktionärsverwaltung minimiert, so dass sich zur Erhöhung der Eigenkapitalquote auch bei nicht börsennotierten Aktiengesellschaften - wie der Dresdner Dampfeisenbahn AG - die Einbeziehung einer breiten Aktionärsbasis anbietet. Wir gehen davon aus, dass die Beteiligung an der namensaktie.de GmbH langfristig einen interessanten Beitrag zum wirtschaftlichen Ergebnis der Dresdner Dampfeisenbahn AG leisten wird.

So viel für heute. Ich freue mich immer noch über Ihre Meinungen und Anregungen und ganz besonders über Bildmaterial vom Alten Dresden.

Bis zum nächsten Aktionärsbrief im Juni verbleibe ich
mit den besten Grüßen

      Jana Sperling


Homepage: http://www.dresdner-dampfeisenbahn.de